Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
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Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
 
Arne Dahl - Sieben minus eins

Interview mit taschenbuchPraxis

Jan Scherping - Erfolgreich mit einer speziellen Idee

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Was ist "taschenbuchPraxis" eigentlich und für wen ist es vor allem interessant? Stellen Sie unseren Lesern Ihren Service kurz vor!

taschenbuchPraxis:

taschenbuchPraxis ist ein Newsletter, der sich an Buchhändler richtet. Er hat immer einen thematischen Schwerpunkt, in dem Taschenbücher zu einem bestimmten Thema vorgestellt werden, und aktuelle Meldungen. Dazu nennen wir "richtige Reihenfolgen" innerhalb bekannter Krimireihen und welche Taschenbücher derzeit besonders häufig rezensiert werden. Es geht also nicht um Branchen-Diskussionen wie z.B. welcher Handelsrabatt der richtige ist oder wer mit wem fusionieren darf. Sondern es geht um praktische Hilfe für das Leben an der Verkaufsfront.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Wie kam es zu der Idee?

taschenbuchPraxis:
Ich war fast zwei Jahre Chef vom Dienst der Branchenzeitschrift "BuchMarkt" und schreibe für die manchmal aus Lust und Laune noch ein paar Zeilen. Vor gut zwei Jahren schrieb ich die Serie "Buchhandel an der B 5". Der Titel klingt vielleicht etwas merkwürdig, aber diese Bundesstraße führt von der dänischen Grenze die Westküste Schleswig-Holsteins herunter, dann die Elbe entlang, mitten durch Hamburg, weiter durch Lauenburg und Ludwigslust, durch die Mark Brandenburg, mitten durch Berlin und endet schließlich in Frankfurt/Oder. Ich habe damals viele Buchhandlungen besucht, und bei allen Unterschieden hatten Sie das Problem der Titelflut gemeinsam. Es erscheinen zuviele Titel, keiner hat mehr den Überblick. Und da habe ich gedacht, vielleicht kann ich den zumindest für das ein oder andere Thema schaffen.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Seit wann gibt es "taschenbuchPraxis"?

taschenbuchPraxis:
Die erste Ausgabe erschien am 19. September 2003.

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Wie viele Abonnenten hat "taschenbuchPraxis"?


Buchtipp
Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
taschenbuchPraxis:
Rund 2000 Sortimenter erhalten den Newsletter, davon 10% per Mail, der Rest bevorzugt das Fax.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Ist Ihr Service "taschenbuchPraxis" rein privater Natur oder (auch) kommerziell?

taschenbuchPraxis:
Nein, taschenbuchPraxis ist keine ehrenamtliche Tätigkeit, sondern soll auch ein wenig Geld bringen, auch wenn ich nicht von ihm lebe. Die Verlage finanzieren den Newsletter mittels Anzeigen.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Gibt es eine Verbindung zwischen "taschenbuchPraxis" und Ihrem Berufsleben?

taschenbuchPraxis:

Ja, ich habe schon als Schüler in Lübeck im Buchhandel gearbeitet. Später in einer Kieler Buchhandlung, für eine Verlagsgruppe im Außendienst, einige Jahre hatte ich einen eigenen Verlag, dann kam die schon erwähnte Zeit beim BuchMarkt, danach war ich bei den Verlagen Gräfe und Unzer, Weltbild und National Geographic. Bücher haben mich also immer begleitet. Heute arbeite ich allerdings als Personalberater und Führungskräfte-Coach.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Wie viele Taschenbücher erscheinen überhaupt pro Woche bzw. Monat?

taschenbuchPraxis:
Pro Monat sind es ca. 500. Dabei setzen die Verlage vor allem auf große Bestseller, in die auch entsprechende Marketinggelder fließen. Andere Titel müssen sich aus eigener Kraft bewähren, zum Beispiel mit Hilfe von Rezensionen. Leider werden viele Titel heute schon nach zwei bis drei Monaten vom Handel wegen Unverkäuflichkeit zurückgeschickt. Mein Newsletter ist auch der Versuch, die Backlist im Auge zu behalten.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Wie behält man da den Überblick?

taschenbuchPraxis:
Ein fundierter Überblick ist eigentlich angesichts der Titelflut unmöglich. Man kann nur Segmente herauspicken. Also: welche interessanten jungen Autoren aus Osteuropa gibt es, welche Schweden schreiben keine Krimis oder welche Thriller spielen in Australien? Viele Buchhändler archivieren den Newsletter, um bei Kundenfragen schnell nachschlagen zu können.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Wie viele Taschenbücher lesen Sie selbst pro Woche bzw. Monat?

taschenbuchPraxis:
So richtig lesen tue ich vielleicht zwei bis drei Bücher, vieles lese ich nur quer. Das ist einfach eine Zeitfrage, da ich zum einen Geld in meinem "Hauptberuf" verdienen muss, zum anderen auch viele Zeitungen und Zeitschriften lese.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Welches ist Ihr Lieblingsgenre?

taschenbuchPraxis:
Ich lese Krimis sehr gerne, aber nicht ausschließlich. Reiseberichte oder Kunstbücher machen mir ebenso Spaß.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Wer sind Ihre Lieblingsautoren?

taschenbuchPraxis:
Was die Belletristen angeht, so ist Per Olov Enquist absolut grandios, Jurek Becker ebenso, toll ist auch Julian Barnes, der ja als Dan Kavanagh auch ganz famose Krimis verfasst hat. Mein Lieblingsbuch besteht aus drei Bänden, es ist die "See-Leben"-Trilogie von Werner Koch. Und unvergeßlich ist Sammy Drechsels "11 Freunde müsst ihr sein". Übrigens auch als Hörbuch mit Dieter Hildebrandt wirklich genial. Bei den Krimiautoren mag ich z.B. John Rebus, Michael Dibdin und Jakob Arjouni, bei den Skandinaviern schätze ich z. B. Dan Turèll, Gunnar Staalesen und Kjell Ola Dahl.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Kam es so (aufgrund Ihrer Lese-Präferenzen) auch zum Krimiposter und was hat es damit auf sich?

taschenbuchPraxis:

Das Krimiposter ist ein Resultat der Resonanz auf den Newsletter. Ich habe z.B. einmal beschrieben, wer alles in Oslo ermittelt, was das für Typen sind. Oder auf Sardinien und Sizilien. Oder am Rande Europas, auf Island oder in Istanbul. Die Resonanz aus dem Buchhandel war eindeutig, man war dankbar für diese Art Übersichten. Denn das ist ja heute das Hauptproblem von Handel und Endkunden, dass sie gerade bei den Krimis nicht mehr durchblicken, wen es überhaupt wo gibt. Ich dachte mir, ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Deshalb habe ich 202 Ermittler auf einer Karte versammelt, an ihrem Ermittlungs-Ort positioniert und kurz charakterisiert. Die Karte soll Buchhändler wie Krimifans gleichermaßen ansprechen. Deshalb haben wir diverse Schmuckelemente eingebaut. Ich denke, die Karte ist nicht nur informativ, sondern auch dekorativ.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Welcher ist denn Ihr Lieblingsermittler bzw. -ermittlerin?

taschenbuchPraxis:

Den Namen kann ich Ihnen nicht nennen, weil er keinen hat. Es ist Dan Turèlls namenloser Ermittler. Ich mag diese einsamen Wölfe in der Tradition von Chandler und Hammett. Deshalb lese ich auch sehr gerne Gunnar Staalesens Varg Veum.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Wo kann man das Krimiposter bestellen bzw. kaufen?

taschenbuchPraxis:

Viele Buchhändler führen das Poster, alle können es auch bestellen. Allerdings müssen Buchhändler mindestens fünf Exemplare bestellen, damit sich der Aufwand (Verpacken, Rechnung schreiben etc.) auch lohnt. Mancher scheut sich leider davor. Andere kaufen gleich 20 Stück und verschenken sie an gute Krimikunden. Damit die auf neue Kaufideen kommen. Also: Einfach den Buchhändler fragen.

Autorin:
Alexandra Hagenguth/ KONTEXTE - Wissensportal für Text, PR, skandinavische Sprachen und Literaturen
© Juni 2005 - Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien
© 2001 - 2016 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien
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