Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
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Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
 
Arne Dahl - Sieben minus eins

Die Biografie des Autors Jon Ewo

Jon Ewo über Jon Ewo

Der Schriftsteller Jon Ewo
Der Autor Jon Ewo
Ich wurde 1957 in Oslo geboren. Nach Primarschule, Gymnasium und einem kurzen Auftritt an der Universität wurde ich Bibliothekar. Bis 1987 arbeitete ich als leitender Bibliothekar, seither war ich Berater, Redakteur, Autor, Freelancer und Verleger. Es fordert einen ziemlich, wenn man keinen geregelten Job hat. Man braucht Disziplin, Sturheit und die Begabung, immer kreativ zu bleiben und dabei Geld zu verdienen. Trotzdem könnte ich nie mehr zu einer geordneten, bezahlten Arbeit zurückkehren. Meine Freiheit bedeutet mir viel zu viel.
Ich war Sänger in einer Punkrockband, die nie ein Konzert gespielt hat. Daneben mag ich Arnold Schwarzenegger, Käse mit Kaviar, Rauchlachs, Schlagzeuge, Sonnenbrillen, Designerklamotten, Oslo im Sommer, die Atmosphäre in alten städtischen Gebäuden, Comics, riesige Enzyklopädien, fette Zigarren, grosse Städte, Kebab, Oslo am Morgen, Pommes Frites mit viel Ketchup, meine verrückten schreibenden Freunde, Oslo nachts, meine Lederjacke, mein Leben und meine heissgeliebte Cathrine.

1976 war ich neunzehn Jahre alt und hatte sechs Monate lang Gedichte geschrieben (die vermutlich nichts taugten), nachdem ich einen norwegischen Dichter namens Jan Erik Vold lesen gehört hatte. Das war so wunderbar! Ich wusste, dass ich auch so schreiben wollte. In den Jahren danach schrieb ich viele Gedichte, von denen – Gott sei Dank – nur sehr wenige publiziert worden sind.

1983 begann ich, Kurzgeschichten zu schreiben. Mein erstes Buch wurde 1986 veröffentlicht – ein Band mit Erzählungen in der Tradition von Hemingway, Graham Greene und Somerset Maugham. Mit anderen Worten: Es hat mich zehn Jahre gekostet, meinen Schreibstil zu schärfen, von den Sünden junger Autoren abzulassen und mich mehr auf Sprache und Handlung einer Geschichte zu konzentrieren. Mein erster Roman – das dritte Buch – wurde 1991 veröffentlicht.


Buchtipp
Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
Es begann alles mit der Anfrage eines Lektors, der mich überzeugen wollte, ein Jugendbuch zu schreiben. Als ich mit dem Schreiben begann, dachte ich nie daran, etwas anderes als Bücher für Erwachsene zu schreiben. Doch Anfangs der 90er Jahre kämpfte ich mit einem Problem: Ich hatte eine Schreibblockade. Was immer ich auch schrieb, schien mir dumm, bedeutungslos, linkisch und furchtbar aufgeblasen. Diese Möglichkeit, auf Bestellung zu schreiben, kam mir wie ein Ausweg vor, ich dachte, es sei einen Versuch wert. Mein erstes Jugendbuch erschien 1993. Im Jahr darauf schrieb ich noch eines.

Beide Bücher wurden unter dem Pseudonym Holger Selmas pibliziert (in Anlehnung an Selma Lagerlöf, mit der ich sehr entfernt verwandt bin).

Plötzlich merkte ich, dass mir das Schreiben dieser Bücher einen neuen Raum geöffnet hatte. Meine Schreibblockade war wie weggeblasen. Ich war bereit, meine literarischen Pläne zu überdenken. Ich hatte verstanden, dass ein Schriftsteller jemand ist, der es liebt, anderen Menschen eine Geschichte zu erzählen. Er möchte, dass die Leute ihm zuhören, ihn lesen. Ich fand heraus, dass Leser ungemein wichtig für mich waren. Und dass es mein Fehler war, wenn meine Bücher nicht gelesen wurden. Es bedeutete, dass sie nicht gut genug geschrieben waren. All dies mag für andere ganz offensichtlich sein, bei mir bewirkte es eine ganz neue Ausrichtung.

Ich war schon immer ein begeisterter Krimileser. Ich las schätzungsweise über 1000 Krimis in den letzten 25 Jahren. Mein 1992 erschienener Roman Where the Streets go at Nighttime war eine Art Parodie auf den Kriminalroman. Im selben Jahr begann ich als Gutachter für den norwegischen Buchclub, der nur Krimis und Spannungsliteratur publiziert, zu arbeiten.

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Dann fragte mich Alexander Elguren, der Herausgeber von Aventura, ob ich einen Krimi schreiben würde. Ich sagte ihm: »Einverstanden, aber ich werde nicht über Privatdetektive schreiben, weil ich dieses Subgenre ziemlich bescheuert finde. Ich würde lieber einen ›kriminellen Roman‹ schreiben. Über die kriminelle Unterwelt von Oslo. Aus der Sicht der Kriminellen.«

Er akzeptierte, und wir diskutierten einige Wochen lang Thema und Handlung des Romans, der Torpedo heißen sollte.

Ich wollte das Buch aus folgendem Grund einen 'kriminellen Roman' nennen: In einem Krimi werden Verbrechen begangen, und die Helden wollen herausfinden, wer es getan hat. In Torpedo geht es um einen Geldeintreiber (in Norwegen nennen wir sie „Torpedos"), der zwischen zwei rivalisierende Banden des organisierten Verbrechens gerät – Russen und Leute aus dem ehemaligen Jugoslawien. Es gibt keinen Fall, der gelöst werden muss. In Torpedo geht es um Menschenjagd, um Macht und um ziemlich viel Geld.

Ich wollte einen realistischen, wahren Roman schreiben. Er behandelt ein immer größer werdendes Problem – die Mafia aus dem ehemaligen Osteuropa, die in den westlichen Demokratien aktiv wird.

Gleichzeitig ist es ein Buch über den norwegische Erpresser Alex Hoel. Es ist unmöglich, eine solche Geschichte zu schreiben, ohne mit den Leuten gesprochen zu haben, die die verschiedenen Milieus kennen. Ich habe viel Zeit damit verbracht, Menschen zu befragen: Erpresser, Spieler, Leute, die das Geschäft der Prostitution kennen, Mörder und Kleinkriminelle, die bereit waren, mir zu erzählen, wie sie handeln, fühlen, denken. Ich erzählte ihnen die Handlung meines Romans, und sie konnten mir Hinweise geben, wie sie in ähnlichen Situationen gehandelt hätten. Sie waren auch bereit, mir zu erzählen, wie die norwegische Unterwelt aussieht. Ich muss betonen, dass es mir dabei auf keinen Fall darum ging, aus Kriminellen Helden zu machen, sondern einzig darum, meine Geschichte lebensnah werden zu lassen.

Ich wollte einen detailreichen, realistischen Text schreiben. Deshalb verbrachte ich auch Zeit damit, Kleider, Parfummarken, Fakten zur östlichen Mafia, Automodelle, Handys usw. zu studieren. Nebst Büchern, Artikeln und Interviews benutzte ich auch das Internet ausgiebig.

Den meisten Rezensenten gefiel der Roman. Ich denke, das liegt mitunter daran, dass ich nicht übertrieben habe. Was ich beschreibe, ist heute in Oslo Realität. Keine der Personen oder Geschichten beruhen auf tatsächlichem Geschehen, alles ist rein fiktiv. Aber es könnte so geschehen sein.
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