Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
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Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
 
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Interview mit dem Autoren Lars Rambe

Der Autor Lars Rambe
Der Autor Lars Rambe - Foto: Ninni Karlsson

„Ich schrieb diese Geschichte, weil sie meine ist und weil ich es mag, sie zu erzählen.“

Mit „Die Spur auf dem Steg“ hat der Schwede Lars Rambe Anfang des Jahres auch hierzulande ein viel beachtetes Debüt vorgelegt. Im Gespräch mit dem Literaturportal schwedenkrimi.de erzählt er, wie es zu seinem ersten Kriminalroman kam, wie es ihn nach Kenia verschlug und woran er zurzeit arbeitet.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Als du an deinem ersten Buch geschrieben hast, warst du noch als Anwalt tätig und hast in deiner Freizeit geschrieben. War das etwas, was du schon immer tun wolltest oder wie ist es dazu gekommen?

Lars Rambe:
Ich habe schon immer gerne geschrieben. Ich habe ziemlich viele Kurzgeschichten geschrieben, als ich jünger war, habe aber damit aufgehört, als ich mit Jura anfing. Aber den Traum davon, einen Roman zu schreiben, hatte ich die ganze Zeit über. Als ich dann nach Strägnäs, 80 Kilometer von Stockholm entfernt, zog, fand ich endlich die Ruhe, ernsthaft mit dem Schreiben zu beginnen. Heute, nach dem Erfolg mit „Die Spur auf dem Steg“ und weil ich nun mit meiner Familie in Nairobi, in Kenia, lebe, bin ich hauptberuflich als Autor tätig. Das ist eine spannende Situation, die ich hoffe, zu bestehen.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Wie kam es dazu, dass du ausgerechnet anfingst, einen Krimi zu schreiben?

Lars Rambe:
Ich habe das Genre schon immer gemocht und lese selbst viele Krimis. Es ist außerdem ein gutes Format, um damit als Debütant zu arbeiten. Es bietet eine feste Form mit unendlich vielen Möglichkeiten der Variation.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Wie kam es zu der Idee für „Die Spur auf dem Steg“?

Lars Rambe:
Das ganz besondere Milieu von Strängnäs hat mich gefangen genommen, die große Nähe zum Meer und die alten Häuser. Es liegt etwas Suggestives über der Umgebung der Nervenklinik von Sundby. Es passierte, als ich dort spazieren ging und eine Szene zur nächsten legte und die Geschichte zusammenbastelte.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Was antwortest du Menschen, die jetzt ausrufen „Noch einer, der aus dem Krimiboom Profit schlagen will!“?

Lars Rambe:
Krimis mögen populär sein, aber dementsprechend ist auch die Konkurrenz. Als ich schließlich mit meiner Geschichte zufrieden war, wollte ich, dass sie so viele wie möglich lesen. Es ist jetzt natürlich eine große Genugtuung, dass so viele das tatsächlich getan haben. Aber einen Krimi auf bloßem Verdacht hin zu schreiben, ist eine ziemlich schlechte Geschäftsidee. Es braucht eine Menge, damit es gut geht. Ich schrieb diese Geschichte, weil sie meine ist und weil ich es mag, sie zu erzählen.

  Lars Rambe bei schwedenkrimi.de
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Literaturportal schwedenkrimi.de:
Dein zweiter Roman ist gerade fertig geworden. Worum geht es da?

Lars Rambe:
„Skuggans spel“ („Das Spiel des Schatten“, Anmerk. d. Red.) ist eine freistehende Fortsetzung von „Die Spur auf dem Steg“. Dieses Mal ist es Sommer und die Verwicklungen unterscheiden sich sehr vom Vorgänger. Strängnäs organisiert ein Jazzfestival und die internationalen Gäste strömen nach Strängnäs. Doch dann bricht ein Schwerkrimineller aus dem Gefängnis von Mariefred aus und eine Gewaltspirale wird in Gang gesetzt. Das führt unter anderem zu einem dramatischen Banküberfall. Auch dieses Mal ist nicht alles so, wie es scheint. Es ist ein Schurkenstück, geschrieben in hohem Tempo und mit vielleicht ein paar unerwarteten Gestalten.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
War der Prozess des Schreibens dieses Mal so wie beim ersten Mal oder gab es Unterschiede?

Lars Rambe:
Mein Schreibprozess ist denselben Mustern gefolgt, aber vielleicht habe ich mich handwerklich weiterentwickelt. Zeitweise finde ich, dass ich strukturierter gearbeitet habe. Ich finde auch die unterschiedlichen Erzählerstimmen schneller, was in dieser Geschichte besonders wichtig ist, weil sie zu der Stimmung, die ich vermitteln will, beitragen.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Du hattest dich entschieden, deinen ersten Krimi selbst herauszugeben und zu drucken. Wieso? Und wie ging das vonstatten?

Lars Rambe:
Ich habe einen eigene Verlag gegründet, weil ich nicht die Geduld hatte, darauf zu warten, dass sich jemand anderes dazu entschließen könnte, auf meine Roman zu setzen. Es ist hart, Debütant zu sein. Ich war aber überzeugt, dass ich eine ausreichend interessante Geschichte zu erzählen hätte, um Leser zu bekommen. Dies war meine Eintrittskarte zu einer Tätigkeit, für die ich viel empfinde. Der Verkaufserfolg baute von Anfang an sehr auf das starke lokale Interesse in Sörmland und dann darauf, dass der Pocketförlag – Schwedens erfolgreichster Herausgeber von Taschenbüchern – sich entschloss, das Buch herauszugeben. Ich habe viel Zeit darauf verwandt, Buchhändler und Bibliotheken zu besuchen, um über mein Buch zu sprechen und zu signieren. Weil das Interesse immer mehr zunahm, kamen auch immer mehr Möglichkeiten dazu. Das Buch ist nun auch nach Italien und Holland verkauft, und damit ist hoffentlich noch nicht Schluss. Mein zweites Buch erscheint bei einem etablierten Verlag, bei „Kalla kulor“.

Literaturportal schwedenkrimi.de:
Du wohnst mit deiner Familie in Kenia. Wie kam es dazu und womit beschäftigst du dich in Kenia?

Lars Rambe:
Meine Frau Anna hat dort für die Diakonie einen Job bekommen, bei dem sie sich um die Armutsbekämpfung rund um den Viktoriasee kümmert. Unsere zwei Töchter Astrid und Hedda und ich sind mitgekommen. Als derjenige, der „nur“ mitgekommen ist, habe ich nun die Möglichkeit, mehr oder weniger in Vollzeit Autor zu sein.


Buchtipp
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Literaturportal schwedenkrimi.de:
Was passiert aktuell in Lars Rambes Leben?

Lars Rambe:
Nach ein paar schönen Monaten in Schweden, die mit dem Lancieren des neuen Buches begannen, werden wir schnell nach Kenia zurückkehren. Ich schreibe jetzt an meinem dritten Roman, der ein psychologischer Thriller im Milieu von Stockholm ist. Das wird wahrscheinlich ein etwas kürzerer Roman als die ersten beiden es waren. Ich habe auch recht fortgeschrittene Ideen, was einen dritten Teil um Fredrik Gransjö angeht. Sieht aus, als ob es darin um ein ostafrikanisches Thema gehen wird. Ich hoffe, im kommenden Jahr daran schreiben zu können.

Redakteurin: Alexandra Hagenguth
© September 2010 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien
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