Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
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"Tote Finnen tanzen keinen Tango" von Markku Ropponen

Tote Deutsche essen kein Butterbrot oder:
Nicht vom Titel in die Irre führen lassen

„Tote Finnen tanzen keinen Tango“: Der Titel ist irreführend und Autor Markku Ropponen kein „lustiger Finne“. Trotz einiger handwerklicher und inhaltlicher Schwächen ist sein Privatermittler Kuhala aber eigentlich ein ganz netter Bursche, dem man beim nächsten Fall einen intelligenteren Plot und einen gescheiteren deutschen Titel wünscht.

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Der Tango gehört zu Finnland wie das Butterbrot zu Deutschland. Klar. Aber muss man deshalb einen finnischen Krimi mit „Tote Finnen tanzen keinen Tango“ betiteln, in dem es zwar Tote zu beklagen gibt, auch finnische, aber niemand auch nur einen einzigen Schritt Tango tanzt, ja nicht einmal das Wort „Tango“ auftaucht? Zudem suggeriert der Titel jene finnische Verschrobenheit und Eigenartigkeit des Humors wie man sie etwa von Arto Paasilinna oder dem Filmregisseur Aki Kaurismäki kennt. Das alles aber trifft auf „Tote Finnen tanzen keinen Tango“ von Markku Ropponen nicht zu. Die Hammet Krimibuchhandlung brachte es treffend auf den Punkt: „Markku Ropponen ist kein ‘lustiger Finne’, er ist eher vom Schlage Matti Rönkäs. Seine Sprache ist direkt, lakonisch, stark an klassische amerikanische Privatdetektiv-Romane erinnernd.“

Auch mit seinem Protagonisten, Privatdetektiv Kuhala, begibt sich Ropponen auf diese Spur. Der Privatermittler wird von einem Rechtsanwalt beauftragt, dessen vermisste Frau zu suchen, die er bei ihrem Liebhaber vermutet. Doch weit gefehlt. Kuhala findet schließlich ihre Leiche. Gleichzeitig verschwindet der Polizist Antikainen von der Bildfläche, bis auch seine Leiche gefunden wird. Kuhala muss einiges überstehen – unter anderem die Entführung durch gewalttätige, nach Rache dürstende Rocker und eine Bombe -, bis er den Fall aufklären kann. Wer so etwas plus die dazugehörige Sprache, die viel zu viele Metaphern und bildliche Vergleiche enthält, die nicht gerade für den Nobelpreis in Literatur qualifizieren, mag, könnte sich aber bei Ropponen ganz gut aufgehoben fühlen.

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Er muss allerdings mit einem enttäuschenden Ende rechnen, denn der Mörder hat leider etwas vom Kaninchen, das in letzter Sekunde vom Zauberer aus dem Hut nun ja, eben gezaubert wird. Eine – wenigstens halbwegs – glaubwürdige Story sieht anders aus, und der „Deus ex machina“, der plötzlich und unmotiviert auftauchende „Konfliktlöser“, ist im heutigen Kriminalroman eigentlich ein kreatives und auch handwerkliches Armutszeugnis. Bis dahin aber, das sollte der Ehrlichkeit halber gesagt werden, bietet „Tote Finnen tanzen keinen Tango“ trotzdem ganz nette Unterhaltung – wenn man über ständig „düdelnde“ Telefone und Ähnliches hinwegsieht. Auch ist Privatdetektiv Kuhala nicht unsympathisch. Man könnte sich schon an ihn gewöhnen. Darum hat er für seinen nächsten Fall auch eine intelligentere Auflösung und einen gescheiteren deutschen Titel verdient.

Vielen Dank an Alexandra Hagenguth
© September 2012 Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien



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