Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
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Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
 
Arne Dahl - Sieben minus eins

... von Stella Blómkvist

Über das Schreiben von „Morðið i Drekkingarhyl“

In den Romanen über Stella Blómkvist trachte ich danach, Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit in der isländischen Gesellschaft aufzuzeigen.

Als ich begann diese Geschichten zu schreiben forderten die isländischen Frauen endlich öffentliche Aufklärung über häusliche Gewalt. Diese brutalen Verbrechen wurden lange durch eine Mauer des Schweigens versteckt. Später protestierten sie auch gegen die Erniedrigung von Frauen in den Striptease Clubs. Solche Clubs schossen überall in Reykjavik im Namen der Freiheit wie Pilze aus dem Boden. Belegt mit Mädchen aus Osteuropa. In diesen Jahren geriet das Schmuggeln von illegalen Drogen in Reykjavik außer Kontrolle. Dies alles, verbunden mit altmodischer politischer Korruption, wurde das Thema meiner Kriminalromane. Von jeher wurde Stella Blómkvist mit einer Vielzahl von Gaunern konfrontiert. Pornokönigen. Drogenschmugglern. Dieben und Rowdys. Schauspielern und Kritikern. Und natürlich Politiker. Einige dieser Schufte agieren hinter der Fassade eines legitimen Geschäftes. Andere sind in die offiziellen Machtstrukturen eingebettet. Politische Macker wie diese blühen in der isländischen Politik seit Ewigkeit. „Morðið i Drekkingarhyl“, zumeist im Jahre 2005 geschrieben, ist fest geerdet in diesem Teil der isländischen Realität.
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Leseprobe


Eines der Dinge, die ich in dem Roman aufzeigen wollte, war, wie erschreckend einfach es ist, die Angst der Menschen vor dem Unbekannten zu manipulieren. Wie zum Beispiel die irrationale Furcht vor allem, was fremd ist. Es ist natürlich ein geläufiger Trick von Führern in vielen Ländern, eine Wiederwahl an die Macht sicherzustellen, indem man den Wählern Angst einjagt. Skrupellose politische Führer benutzen diese Taktik der Angst die ganze Zeit über, um ihre Macht zu vergrößern. Und es ist wirklich ohne Bedeutung, wer der Feind ist. Einst wurden wir alle glauben gemacht, starr vor Angst vor den schrecklichen Russen und ihren Nuklearwaffen zu sein. Nun haben die Muslime diesen Platz in der westlichen Welt eingenommen. Während der letzten paar Jahren haben die politischen Ideen und Propaganda gegen die Muslime leider die Meinung einer Menge Leute beeinflusst. In einer vor kurzem stattgefundenen Meinungsumfrage in Island, sagten fast 25%, dass sie keine muslimischen Familien in ihrer Nachbarschaft haben möchten. Dies ist die Macht der Angst.

Politiker und Muslime spielen eine Hauptrolle in „Mord in Thingvellir“.  Ein junges kurdisches Mädchen wird ermordet im berüchtigten „Drekkingarhyl“ (Ertränkungspfuhl) in Thingvellir gefunden. In dem Fluß, in dem isländische Frauen einst nach einem Ehebruch durch Ertränken hingerichtet wurden. Bald hatten die Medien den größten Teil der Öffentlichkeit überzeugt, dass der Vater seine Tochter getötet haben muß. Immer mehr Menschen glauben, dass dieser schreckliche Tod der erste „Ehrenmord“ in Island ist. Politiker versuchen, in diesem trüben Wasser zu fischen. Als Stella Blómkvist die Verteidigung des Vaters übernimmt, hat sie einen Mordfall in einer Atmosphäre von ansteigender öffentlicher und politischer Hysterie  zu lösen.Aber es ist auch eine Geschichte über die Beziehungen zwischen Vätern und Töchtern. Der muslimische Vater und seine getötete Tochter. Und Stella und ihr toter Vater. Im ersten Roman, „Morðið i Stjórnarráðinu“ (Die Bronzestatue), erscheint Stella Blómkvist vollständig geformt wie Pallas Athene. Sie war ohne Vergangenheit. Einige quälende Erinnerungen über ihre Kindheit erschienen in den späteren Geschichten. In diesem Buch stirbt ihr Vater und hinterlässt noch mehr dunkle Geheimnisse. Stella muss sich tief in die Vergangenheit graben, um für die Gegenwart gewappnet zu sein.


Übersetzung und redaktionelle Bearbeitung
Jürgen Ruckh/ Literaturportal schwedenkrimi.de - Krimikultur Skandinavien


Buchtipp
Camilla Läckberg - Die Schneelöwin
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